Wie steht es um die Zukunft von Just-in-time? – Vorteile, Nachteile und Perspektive

Ein Großteil der Onlinehändler setzt heutzutage auf die Just-in-time Lieferung. Zumindest, wenn es um die Beschaffung geht. In der Produktion ist die JIT-Logistik Standard, vor allem weil sie Lagerkosten einspart. Doch wie zukunftsfähig ist das Prinzip noch?

Die Lagerhaltung von Produkten verursacht Kosten. Und diese sind mitunter ein erheblicher Faktor. Alleine die Durchschnittskosten für die Lagerung einer CCG1-EURO-Palette belaufen sich monatlich auf sechs bis neun Euro. Eine Logistik-Studie des Händlerbunds zeigt, dass die Lagerkosten bei den meisten Händlern rund acht Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Gerade Mieten für Lagerfläche schlagen hier deutlich zu Buche. Und mit zunehmendem Bestellaufkommen im E-Commerce wird bei Händlern auch mehr Lagerfläche benötigt. Kein Wunder also, dass die Just-in-time (JIT) Lieferung bei der Beschaffung von Produkten das Mittel der Wahl zur Kostenreduktion ist. 

Vor- und Nachteile der Just-in-time Lieferung in der Beschaffung

Vorteile

Zu den größten Vorteilen von JIT gehört für E-Commerce Unternehmen auf jeden Fall die Einsparung von Lagerfläche. Je nach Lagerstrategie des Onlinehändlers wirkt sich das gleich auf verschiedene Standorte und die dort benötigten Lagerkapazitäten positiv aus. Denn Lieferanten stellen Waren genau zu dem Zeitpunkt und in der Menge bereit, zu dem sie am Anlieferort auch gebraucht wird. Die Supply Chain agiert also bedarfssynchron, sodass Produkte nicht in enormen Umfang gelagert werden müssen. Die erforderlichen Lagerkapazitäten und -kosten fallen geringer aus. Nutzen Unternehmen dann noch Fulfillment-Dienstleister im E-Commerce, können Lagerflächen und weitere Lagerprozesse mitunter noch kostengünstiger ausfallen. Weitere Vorteile des JIT-Verfahrens sind darüber hinaus:

  • kürzere Durchlaufzeiten, da vorgelagerte Prozesse wie Ein-, Um- und Auslagerung beim Händler entfallen
  • eine deutliche Reduzierung technischer und kaufmännischer Prüfungen beim Händler
Nachteile

Doch das Just-in-time Prinzip birgt auch Risiken, wie gerade die Corona-Pandemie vor Augen führt. Die Supply Chain verlässt sich ungemein auf eine funktionierende und stabile Lieferkette exakt zum richtigen Zeitpunkt. Gerade Unwägbarkeiten, die bei einer globalen Supply Chain immer mitschwingen, können die Lieferkette jedoch schnell nahezu zum Stillstand bringen. Produkte kommen dann nicht mehr rechtzeitig beim Händler an und folglich können Kunden nicht mehr bestellen. Nicht zuletzt leidet die Customer Experience durch die fehlende Verfügbarkeit von Waren. Die Nachteile des JIT-Verfahrens sind in der Beschaffung:

  • Händler haben kaum oder sogar keine eigenen Lagerbestände mehr und sind abhängig von äußeren Faktoren und verlässlichen Lieferanten.
  • JIT benötigt einen kontinuierlichen Daten- und Informationsaustausch zwischen Lieferanten und Händler. Hakt es hier in der technischen Umsetzung, stockt erneut die Warenanlieferung.

Wer sich in der Warenbeschaffung nahezu vollkommen auf das JIT-Verfahren verlässt, für den kann das schnell wettbewerbsgefährdend sein. Vor allem in Krisenzeiten. Langfristig sollten Händler daher auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Lagerhaltung und bedarfssynchroner Lieferung achten.

Das Just-in-time Verfahren zum Kunden hin bietet dagegen deutliche Vorteile gegenüber gewöhnlichen Versandmöglichkeiten.

 

 

Sozialverträglichkeit und E-Commerce schließen sich nicht aus

Just-in-time als Service am Kunden

Kunden wollen ihre Pakete weiterhin so schnell wie möglich erhalten. Ein zügiger Versand gehört für sie zu einem guten Service dazu. Hier bietet Just-in-time Onlinehändlern neue Möglichkeiten, den Versand zu optimieren. Und damit die Qualität des eigenen Onlineshops zu steigern. Für eine funktionierende JIT-Lieferung können Händler beispielsweise Kunden eine Terminbuchung anbieten. In einem solchen System kann der Kunde angeben, wann sein Produkt geliefert werden soll. Einige Versanddienstleister bieten mit der Option eines Wunschzustellungstags bereits ein ähnliches System. Die JIT-Lieferung durch den Onlinehändler geht hier noch einen Schritt weiter und gibt dem Kunden bereits bei Bestellung die Möglichkeit, einen Wunschliefertermin zu benennen. Nicht zuletzt kann mit JIT außerdem der Transport – Stichwort Zustellversuche – verbessert werden. 

Allerdings stellt das JIT-Verfahren zum Kunden hin hohe Anforderungen an den Händler. Er muss das Versandmanagement entsprechend anpassen. Agiert er dann noch im Cross-Border-Commerce, steigen die Anforderungen noch weiter: Es müssen zusätzlich nationale Gegebenheiten in verschiedenen Ländern berücksichtigt werden. Logistik-Experten sind hier eine wichtige Unterstützung. Sie verfügen über das notwendige Know-how, um Just-in-time zum Kunden hin zu realisieren – und das auch bei hohem Bestellaufkommen. Hier erfahren Sie wie PARCEL.ONE sie dabei unterstützen kann.

JIT aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten

Just-in-time ist zukunftsfähig, allerdings nicht uneingeschränkt. Und auch nur dann, wenn das Thema aus verschiedenen Perspektiven betrachtet wird. In der Beschaffung sollten Onlinehändler mehr auf einen guten Mix aus JIT und Lagerhaltung setzen, damit eine kontinuierliche Warenverfügbarkeit gewährleistet ist. Zum Kunden hin bietet JIT eine neue Möglichkeit, den Versand-Service auf ein höheres Level zu heben. Mit der richtigen Unterstützung können Händler die Customer Experience hier langfristig weiter verbessern.

Sprich uns an – gerne beantworten wir Deine Fragen und finden gemeinsam Wege, Deine Lagerhaltung und Deinen internationalen Versand zu optimieren. Wir bieten die ganze Palette von Lagerung  über Fulfillment und Hub-Service bis hin zum Versand in die ganze Welt.
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